Gastbeitrag | Auktionsbericht aus München

Voller Auktionssaal in München

Voller Auktionssaal in München | Foto: FHW/Kurt Arendts

Von Ottmar Ohlhausen

In den Samstagsausgaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder der Schweizerischen Finanz und Wirtschaft kann man auf den Kunstmarkt-Seiten seit einigen Monaten regelmässig vom Boom der Sammlermärkte lesen. Dort wird wöchentlich darüber berichtet, wie die Flucht in Sachwerte die Preise in allen “collectibles” nach oben treibt, egal ob Uhren, Porzellan, alte Werkzeuge, Oldtimer, oder eben: Historische Wertpapiere.

Die 101. FHW-Auktion am 26. Mai in München war ein geradezu perfekter Beleg für diese These: Im zeitweise bis zum letzten Platz besetzten Auktionssaal (darunter viele neue Gesichter) war die Stimmung prächtig. Gleich zu Beginn der Auktion im sogenannten Spekulationsteil ging es hoch her. Die dünne Personaldecke des Auktionshauses (drei Mitarbeiter), reichte zeitweise nicht aus, um die vier oder fünf Telefonbieter sinnvoll zu bedienen. Mithin musste zeitweise der Auktionator mittelefonieren – im HWP-Bereich noch nie dagewesen. Für den so entstandenen zeitlichen Stress entschädigte der Auktionator den Saal nach dem Spekulationsteil mit Freibier – genau angemessen dem wunderbaren Auktionssaal im 1. Obergeschoss des Paulaners am Nockherberg.

Mit dem Gesamtresultat von mehr als 270.000 Euro wurden die Erwartungen des Auktionshauses deutlich übertroffen. Bei länderspezifischer Betrachtung der Auktionsresultate fällt auf, dass Österreich-Ungarn (wie seit Jahren) liegen blieb, während amerikanische und französische Papiere, starkes, seit Jahren nicht mehr gesehenes Interesse fanden.

Beeindruckend gut beboten waren in der Auktion auch alle deutschen Papiere. Bei differenzierter Betrachtung fällt aber auf, dass im RM-Segment die Spitzenpapiere meist zum Ausruf zugeschlagen wurden. Ganz anders im DM-Segment: Hier kam es trotz stolzer Ausrufpreise oftmals noch zu harten Bietgefechten. Die so erzielten Preise zeigen im Einzelfall bereits leichte Überhitzungserscheinungen. Aber noch gilt, bewiesen durch ebendiese Bietgefechte: Die Hausse nährt die Hausse.

(Ohlhausens Sammelgebiete sind DM-Aktien, Derivate, Notenbanken und Japan.)

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Der Beitrag wurde am 4. Juni 2012 um 18:45 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Alle Beiträge, Auktionen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.