ANZAG | 50 DM | August 1986

26. Juni 2012 um 08:00 Uhr

Andreae-Noris Zahn AG

Spätestens ab Ende September sind die alten Aktien der Andreae-Noris Zahn AG, kurz ANZAG, wahre historische Wertpapiere. Denn Vorstand und Aufsichtsrat des Frankfurter Pharmagroßhändlers wollen der Hauptversammlung am 25. September 2012 die Umbenennung in „Alliance Healthcare Deutschland“ vorschlagen. Der Name ANZAG verschwindet also.

Nach der Übernahme durch den britischen Konkurrenten Alliance Boots schließt sich damit ein Kapitel, an dessen Anfang die Gründung der J. M. Andreae AG am 1. Juli 1922 und die Fusion mit der Noris Zahn & Cie GmbH aus Nürnberg am 16. August 1923 stand.

Sanacorp

Vorzugsaktie von Sanacorp | Foto: Benecke & Rehse

Johann Matthias Andreae (1816-1892) eröffnete 1841 im Haus zum Esslinger am Hühnermarkt in Frankfurt eine Material- und Farbwarenhandlung. Das Haus in der Altstadt gehörte zuvor der Tante Melber des jungen Johann Wolfgang von Goethe. Andreae hatte es für 27.000 Gulden gekauft, um in den Handel mit pharmazeutischen Präparaten und Farben einzusteigen. 1878 traten die beiden Söhne des Firmengründers, Ferdinand Philipp und Philipp Herrmann, als Teilhaber in das Unternehmen ein. Zahlreiche Filialen und Tochtergesellschaften ließen das Unternehmen wachsen – vor und nach dem Krieg.

Eine 2001 beabsichtigte Fusion von Sanacorp Pharmahandel und ANZAG scheiterte am Widerstand des Kartellamtes. Sanacorp führte daraufhin einen Rechtsstreit durch alle Instanzen, der ohne Erfolg am Oktober 2006 sein Ende fand – eines der längsten Fusionskontrollverfahren in der Geschichte Deutschlands. Im Oktober 2010 übernahm dann Alliance Boots die Mehrheit an ANZAG.

Die Papiere von ANZAG sind allesamt Massenware und zwischen 5 und 50 Euro auf dem Sammlermarkt wert. Weitere Informationen zur Geschichte des Pharmagroßhändlers unter: anzag.de.

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