Cargolifter | 30 Aktien | 15. Februar 2000
17. Februar 2012 um 20:15 UhrDas wohl bekannteste Luftschifffahrtsunternehmen der Neuzeit ist ein (typisches) Kind der New Economy. 1996 von Carl Freiherr von Gablenz in Wiesbaden gegründet, ging es Ende Mai 2000 an die Börse. Zwischenscheine gab es auch aus Frankfurt, war doch die Commerzbank der Konsortialführer. Im Dezember 2000 erfolgte die Aufnahme in den M-Dax.
Die Idee: Cargolifter sollte ein Luftschiff entwickeln, das Lasten von bis 160 Tonnen transportieren kann. Dafür baute das Unternehmen auf einem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz im brandenburgischen Brand – zwischen Berlin und Cottbus – die größte stützenfreie Halle der Welt. Ihre Ausmaße: eine Länge von 360 Metern, eine Breite von 210 Metern und eine Höhe von 107 Metern.
Heute beherbergt die Halle mit den Tropical Islands ein Spaßbad (siehe: Foto und www.tropical-islands.de). Dafür verkaufte sie Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning Mitte 2003 für 17,5 Millionen Euro, etwa ein Viertel der Baukosten, an die malaysisch-englische Investorengruppe Colin Au und Tanjong. Zuvor, Ende 2002, musste Cargolifter wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden; vom möglichen Partner Boeing, wie auch vom Land und Bund gab es keine weiteren Gelder. So kam es nie zum Bau des geplanten Großluftschiff CL160. Nur ein Prototyp des kleineren Transportballons CL75 AirCrane wurde 2001 getestet, aber dieser bei einem Unwetter im Juli 2001 zerstört, der Rahmen später verschrottet. Das Trainings- und Forschungsschiff Charly verkaufte man an Skycruise. Das Schweizer Unternehmen bot damit 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen Rundflüge an.Im Juni 2005 gründeten Aufsichtsräte der insolventen CargoLifter AG die Nachfolgegesellschaft CL CargoLifter GmbH & Co. KGaA, die es bis heute gibt und weiter an dem Traum vom modernen Transportluftschiff arbeitet (siehe: www.cargolifter.de).
Das historische Papier aus Frankfurt ist Sammlern etwa 50 Euro wert.
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